Wenn Hunde schlecht schlafen – Ursachen und Lösungen
Schlaf ist für Hunde nicht einfach nur „Pause“.
Schlaf ist Regeneration, Stressabbau, Verarbeitung – und ein ganz wichtiger Teil von Gesundheit.
Trotzdem berichten viele Hundehalter genau im Herbst und Winter (oder nach stressigen Phasen) immer wieder von ähnlichen Problemen :
Der Hund wird nachts unruhig.
Er steht auf, wechselt ständig den Platz, hechelt, wirkt rastlos oder schläft tagsüber auffällig viel – ohne dabei wirklich erholt zu wirken.
Und irgendwann kommt der Punkt, an dem nicht nur der Hund müde ist, sondern auch der Mensch.
In diesem Artikel schauen wir gemeinsam darauf, warum Hunde schlecht schlafen können, welche Ursachen häufig dahinterstecken – und wie du deinem Hund helfen kannst, wieder in einen ruhigen Schlaf zu finden.
Wie viel Schlaf braucht ein Hund überhaupt ?
Viele unterschätzen, wie viel Schlaf Hunde wirklich brauchen.
Ein erwachsener, gesunder Hund schläft je nach Alter und Typ im Schnitt :
- 12 bis 18 Stunden pro Tag
- Welpen und Junghunde oft 18 bis 20 Stunden
- Senioren ebenfalls häufig 18 Stunden oder mehr
Dabei geht es nicht nur um „Tiefschlaf“. Hunde dösen viel, wechseln zwischen Ruhephasen, leichtem Schlaf und kurzen Wachmomenten.
Wichtig ist :
Wenn diese Ruhephasen nicht stattfinden oder ständig unterbrochen werden, kann das langfristig Auswirkungen auf Verhalten, Emotionen und Gesundheit haben.
Woran erkennt man schlechten Schlaf beim Hund ?
Schlechter Schlaf ist nicht immer sofort sichtbar. Viele Hunde „funktionieren“ tagsüber trotzdem.
Typische Hinweise können sein :
- Unruhe am Abend (ständig aufstehen, umherlaufen)
- Hecheln ohne Wärme
- vermehrtes Trinken nachts
- häufiges Schütteln oder Lecken
- Aufschrecken aus dem Schlaf
- sehr frühes Wachwerden
- extreme Müdigkeit am Tag, aber trotzdem keine Entspannung
- erhöhte Reizbarkeit, schneller Frust, weniger Geduld
- schlechtere Ansprechbarkeit draußen
Manchmal wirkt es auch so, als sei der Hund „plötzlich wieder wie früher“, also wie in einer Phase, in der er noch unsicherer oder stressiger war.
Und genau das ist kein Zufall.

Die häufigsten Ursachen : Warum Hunde schlecht schlafen
Schlafprobleme sind fast immer ein Symptom – nicht die eigentliche Ursache.
Das heißt :
Der Hund schläft schlecht, weil sein Körper oder sein Nervensystem gerade nicht in einen stabilen Ruhezustand findet.
1. Stress und emotionale Überforderung
Das ist einer der häufigsten Gründe – und gleichzeitig der am meisten unterschätzte.
Ein Hund kann tagsüber „ganz okay“ wirken, aber innerlich dauerhaft unter Spannung stehen.
Stress kann entstehen durch :
- zu viele Hundebegegnungen
- Reizüberflutung in der Stadt
- zu wenig Ruhephasen
- ständige Erwartung („du musst funktionieren“)
- Training ohne ausreichende Pausen
- Konflikte im Mehrhundehaushalt
- Besuch, Kinder, Lärm
- neue Routinen, Veränderungen, Umzug
Stresshormone wie Cortisol werden nicht sofort abgebaut.
Das bedeutet : Ein stressiger Tag kann sich noch nachts bemerkbar machen.
Der Hund kann dann nicht „runterfahren“, obwohl er körperlich müde ist. In unserem Artikel “Stress & Lernen beim Hund” könnt ich darüber noch mehr erfahren.
Schmerzen und körperliche Beschwerden
Wenn ein Hund schlecht schläft, lohnt sich immer die Frage :
Ist es wirklich nur „Unruhe“ – oder ist es Schmerz ?
Typische körperliche Ursachen :
- Arthrose oder Gelenkprobleme (gerade im Winter!)
- Verspannungen
- Rückenprobleme
- Zahnprobleme
- Magen-Darm-Beschwerden
- Juckreiz (Haut, Allergie, Parasiten)
- Ohrenentzündungen
Viele Hunde zeigen Schmerzen nicht durch Jaulen.
Sie zeigen sie durch Unruhe.
Ein Hund, der nachts ständig den Platz wechselt, sucht häufig nicht „Abwechslung“, sondern Entlastung.
Zu wenig Bewegung – oder zu viel
Ja, beides ist möglich.
Ein Hund, der körperlich unterfordert ist, findet manchmal schwer in den Schlaf.
Ein Hund, der überfordert wurde (zu lange Spaziergänge, zu viel Action, zu viel Ballspiel), kann ebenfalls nicht abschalten.
Gerade bei aktiven Rassen entsteht schnell ein Missverständnis :
Der Hund wirkt wach, also wird noch mehr gemacht.
Dabei bräuchte er eigentlich weniger Input und mehr Regulation.
Falsche Schlafumgebung
Hunde schlafen anders als Menschen.
Viele Hunde schlafen schlecht, weil :
- der Schlafplatz zu unruhig liegt (Flur, Durchgang, direkt an der Haustür)
- nachts Lichtquellen stören
- der Boden zu kalt ist
- das Bett zu hart oder zu weich ist
- Geräusche aus dem Treppenhaus ständig triggern
Auch Mehrhundehaushalte sind ein Thema :
Nicht jeder Hund schläft entspannt, wenn ständig ein anderer Hund aufsteht.
Alter, Hormone und innere Unruhe
Bei älteren Hunden verändert sich Schlaf oft.
Sie schlafen mehr, aber häufig unruhiger.
Dazu kommen :
- altersbedingte Verwirrtheit (kognitive Dysfunktion)
- schlechteres Hören oder Sehen
- hormonelle Veränderungen
- Unsicherheit bei Dunkelheit
Auch läufige Hündinnen oder Rüden, die stark auf Gerüche reagieren, können phasenweise schlechter schlafen.

Was wirklich hilft : Lösungen für besseren Hundeschlaf
Die wichtigste Nachricht zuerst :
Schlafprobleme sind lösbar – aber nicht über Nacht.
Es geht nicht darum, den Hund „müde zu machen“.
Es geht darum, sein Nervensystem wieder in Sicherheit zu bringen.
1. Ruhe wird aktiv gelernt
Viele Hunde können nicht automatisch entspannen.
Entspannung ist für manche Hunde ein Trainingsziel – genauso wie Sitz oder Rückruf.
Hilfreich sind :
- eine feste Abendroutine
- ein klarer Schlafplatz
- weniger Input am Abend
- ruhige Beschäftigung statt Action
Gerade in stressigen Zeiten hilft es, abends bewusst runterzufahren.
2. Abendspaziergänge : kurz, ruhig, vorhersehbar
Ein langer Abendspaziergang klingt logisch, ist aber oft nicht ideal.
Viele Hunde schlafen besser, wenn der letzte Spaziergang :
- kurz ist (10–20 Minuten)
- ruhig ist
- möglichst wenig Begegnungen enthält
- viel Schnüffeln erlaubt
- keine Trainingsaufgaben enthält
Schnüffeln wirkt regulierend.
Es ist eine Form von Stressabbau.
3. Der Schlafplatz muss wirklich „sicher“ sein
Ein guter Schlafplatz ist mehr als ein hübsches Körbchen.
Er sollte :
- warm sein
- zugfrei sein
- nicht mitten im Laufweg liegen
- dem Hund Sichtschutz oder Rückendeckung geben
- nicht direkt vor dem Fenster liegen (bei Reizen von außen)
Ein kleiner Gamechanger ist oft :
Das Bett leicht in eine Ecke zu schieben oder mit einer Decke einen ruhigeren Bereich zu schaffen.
4. Körperliche Ursachen ausschließen
Wenn der Hund über Wochen schlecht schläft, lohnt sich ein Tierarzt-Check.
Gerade bei :
- älteren Hunden
- plötzlicher Unruhe
- starkem Hecheln
- deutlichem Platzwechsel
- häufigem Aufstehen
Schmerzen werden in der Hundewelt viel zu oft übersehen – besonders, wenn der Hund tagsüber „noch gut läuft“.
5. Nervensystem regulieren statt „trainieren“
Wenn Stress der Hauptfaktor ist, hilft keine neue Übung.
Dann helfen :
- weniger Reize
- mehr Pausen
- weniger Erwartungen
- klare Strukturen
- langsame Spaziergänge
- Rückzugsorte
Das klingt simpel, ist aber oft der entscheidende Wendepunkt.
6. Kleine Helfer aus dem Alltag (die du verlinken kannst)
Hier kannst du sehr elegant Amazon-Links einbauen, ohne dass es nach Werbung wirkt.
Geeignet wären zum Beispiel :
- orthopädisches Hundebett (für Gelenke, Winter, Senioren)
- wärmende Hundedecke
- Kuschelhöhle /Hundeschlafsack (für unsichere Hunde)
- ruhige White-Noise-Maschine (bei Treppenhaus, Nachbarn)
- wärmendes Heizkissen (nur geeignet, wenn sicher & überwacht)
Wann du dir Hilfe holen solltest
Wenn dein Hund :
- plötzlich stark unruhig wird
- nachts panisch wirkt
- häufig hechelt
- nicht mehr zur Ruhe kommt
- oder tagsüber zunehmend gereizt ist
… lohnt sich professionelle Unterstützung.
Je nach Ursache kann das sein :
- Tierarzt
- Physiotherapie /Osteopathie
- qualifizierte Hundetrainerin (stress- und emotionsorientiert)
Fazit : Schlaf ist kein Luxus – Schlaf ist Gesundheit
Wenn Hunde schlecht schlafen, steckt fast immer mehr dahinter als „der ist halt unruhig“.
Schlafprobleme sind ein Hinweis darauf, dass Körper oder Nervensystem gerade nicht in Balance sind.
Die gute Nachricht :
Mit einem ruhigen Blick auf Stress, Umgebung, körperliche Faktoren und Routinen lässt sich oft schon innerhalb weniger Tage eine Verbesserung erreichen.
Und manchmal ist genau das der wichtigste Schritt :
Nicht noch mehr Training – sondern mehr Ruhe, mehr Sicherheit und ein Alltag, der den Hund wieder atmen lässt.
